Hallo an Alle!

Eine wahre Sternstunde des Angelns erlebte ich mit meinem Vater und meinem Bruder am 3. August 2010 in Thumersbach/Zellersee im Bundesland Salzburg. Wir waren dort mit unseren Familien für 2 Tage im Seeappartement Kitzsteinhorn um am Tag den Renken und in der Nacht den Raubfischen nachzustellen. Während am ersten Tag leider nur eine einzige Renke den Weg aus 30 Metern Tiefe in unser Boot schafte, und der Abend mit 2 verlorenen Raubfischen nicht sehr erfolgreich verlief, waren wir umso motivierter für den zweiten Tag. Dabei machte das Wetter nicht gerade Lust aufs angeln. Viel Wind, Regen und die Temperaturen waren auch gerade mal im zweistelligen Bereich. Ans Boot war wegen der zeitweise sehr starken Böen nicht zu denken und da der See sehr verbaut oder für Fischer nicht zugänglich ist, blieb uns nur eine Möglichkeit. Glücklicherweise war an diesem Tag kein Betrieb auf der Terrasse unseres Hotels, die sich direkt am See befand, und wir bekamen die Erlaubnis der Eigentümer, von dort aus zu fischen. Eine Kante fällt dort sofort auf 35 - 40 Metern ab. Warum nicht hier?! Also wurden unsere Ruten mit Rotaugen und Lauben zwischen 7 und 12 cm beködert und ausgeworfen. Der Vormittag und Mittag vergingen ohne auch nur einen einzigen Bipser zu hören. Langsam machte sich etwas Frust unter uns breit, doch gegen 14.30 Uhr nahm plötzlich ein Fisch etwas Schnurr von der Rolle meines Vaters. Gespannt gaben wir dem Fisch Zeit und nach einem kurzen stehen bleiben und erneutem Schnurr nehmen schlug mein Vater an und der Fisch hing am Hacken. Jetzt war natürlich das Sauwetter vergessen. Alle blickten wir gespannt, was da wohl rauskommt. An der Rutenspitze war zu erkennen, dass der Gegner nicht zu den kleineren zu zählen war. Mein Bruder stieg mit dem Kescher ins Wasser und nach kurzem aber heftigen Drill erschien ein großer Fisch an der Oberfläche. Es war ein toller Zander mit 87 cm und 5,12 kg. Jetzt war natürlich die Freude groß. Das machte Lust auf mehr. Also wurden schnell alle Köder überprüft und wieder ausgeworfen. Sollte noch etwas passieren? Ja es sollte! Eine gute Stunde später ging der Bissanzeiger bei mir los. Jetzt schlug mein Herz natürlich schneller und ich setzte einen kräftigen Anschlag. Zuerst spürte ich kaum Gegenwehr und mein erster Gedanke war "das ist nur was kleines", aber als der Fisch nur mehr wenige Meter vom Kescher entfernt war, spürte ich starke Schläge und Fluchtversuche in meiner Rute und jetzt war etwas mehr Gefühl gefragt. Die Bremse etwas mehr aufmachen und dem Fisch Zeit geben waren meine Gedanken. Und als mein Bruder wieder im Wasser mit dem Kescher wartete, kam abermals ein schöner Zander zum Vorschein. Das messen ergab bei mir 74 cm und 3,20 kg. Jetzt entfuhr mir ein Freudenruf der so einige Leute auf ihren Balkon kommen lies. Beim Anblick unserer beiden Fänge begannen einige zu applaudieren. Das war Balsam auf die vom Vortag geschundene Seele.
Jetzt dürfte doch noch mein Bruder etwas fangen, waren mein Vater und ich uns einig und siehe da, kaum eine Stunde später war es dann auch bei ihm soweit. Sollte auch bei ihm ein Zander zum Vorschein kommen? Diesmal ging mein Vater ins Wasser und es war ein Hecht zu sehen. Mein Bruder wurde daraufhin etwas nervös, denn er fischte ohne Stahlvorfach und mit einem leisen "bling" fiel er in den Kescher. Das Vorfach war gerissen. Glück gehabt. Der Hecht hatte 57 cm und knapp 1,2 kg. Es war zwar kein Riese, aber ein schöner Abschluss eines tollen Fischnachmittags.

Somit verbleibe ich mit freundlich Grüßen
Möslinger Christoph