Renken wurden wegen des Vorhandenseins der Fettflosse lange Zeit zu den Lachsfischen

 gestellt. Ihre schlanke Gestalt, der seitlich zusammengedrückte Körper, der kleine Kopf und

 die großen Flossen geben ihnen Ähnlichkeit zu den Karpfenfischen bzw. den Heringsartigen.

Die Unterscheidung der Arten und Rassen dieser Familie ist selbst für den Fachmann äußerst

schwierig. Die bisher für Europa beschriebenen Formen können auf sechs Arten

zurückgeführt werden. Die Renken kommen vornehmlich in großen und tiefen Seen mit klarem

Wasser vor.

 

Blaufelchen


Gefährdung nicht gegeben (nicht einheimisch)
Lateinischer Name: Coregonus lavaretus L.
Weitere Namen: Große Schwebrenke, Große Maräne, Ostseeschnäpel,
Madüsee-Maräne Powan (engl.), Lavaret du Bourget (frz.)



Merkmale :Größe: 30-50 cm, max. bis 60 cm. Zwergformen in nahrungsarmen
Seen: 10-20 cm. Körperform: Abhängig von der Lokalrasse ist der Körper des
Blaufelchens mehr oder weniger schlank. Der kleine Kopf hat eine spitze
Schnauze, die nasenförmig verlängert sein kann und eine enge Mundspalte,
die bis zum vorderen Augenrand reicht. Schuppen: Im Vergleich zu den
Lachsfischen haben Blaufelchen größere Schuppen. Die Seitenlinie ist
vollständig ausgeprägt. Färbung: Der Rücken ist dunkelgrün bis blaugrün
gefärbt. Die Flanken und der Bauch sind weiß bis silberglänzend (TEROFAL
1984).
Ökologische Ansprüche :Die Ansprüche dieser Art an den Lebensraum sind sehr
variabel. Sie sind in erster Linie abhängig von dem Nahrungsangebot und
der Fischartenzusammensetzung (LELEK 1987). Das Blaufelchen kommt in Seen
und Flüssen vor und toleriert Brackwasser (Ostseepopulation). In der
Ostsee dringen die Blaufelchen zum Ablaichen in die Haffe und die
Unterläufe der Flüsse ein. Auch die Seenbewohner können Laichwanderunge in
die einmündenden Flüsse durchführen. Die Bodenseepopulation laicht dagegen
im freien Wasser über großen Tiefen ab.
Vorkommen in Europa :Das Blaufelchen kommt in verschiedenen Unterarten auf
den Britischen Inseln, Skandinavien und Nordrußland bis Sibirien vor. In
Mitteleuropa bewohnt sie Seen des Alpen- und Voralpengebietes und die
Ostsee mit ihren Einzugsgebieten (LELEK 1987).
Vorkommen in Nordrhein -Westfalen :Das Blaufelchen ist in
Nordrhein-Westfalen nicht einheimisch. In einigen Flüssen (u.a. im Rhein)
wurde diese Art eingesetzt.
Gefährdung :Eine Gefährdung für diese nicht einheimische Art (allochthone
Art) besteht definitionsgemäß nicht.
Schutz :Schutzmaßnahmen für diese nicht einheimische Art sind nicht
erforderlich.

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Kleine Maräne


Gefährdung nicht gegeben (nicht einheimisch)
Lateinischer Name: Coregonus albula L.
Weitere Namen: Zwergmaräne, Mairenke, Zollfisch, White Fish (engl.),
Vendace (engl.), Petite Marene (franz.), Corégone blanc (franz.)



Merkmale :Größe: 15-30 cm, maximal bis 45 cm. Körperform: Der Körper ist
schlank und heringsähnlich. Der kleine, kegelförmige Kopf hat eine spitze
Schnauze. Die enge Mundspalte ist schräg nach oben gerichtet und reicht
bis zum vorderen Augenrand. Die Augen sind so groß wie die Schnauze lang.
Schuppen: Im Vergleich zu den Lachsfischen hat die Kleine Maräne größere
Schuppen. Die Seitenlinie ist vollständig ausgeprägt. Flossen: Zwischen
der Rücken- und der Schwanzflosse, die tief eingekerbt ist, liegt die
Fettflosse. Färbung: Der Rücken ist dunkelblau bis grünlich schimmernd.
Die Flanken und der Bauch sind silberfarben. Die Flossen sind dunkel
gesäumt (TEROFAL 1984).
Ökologische Ansprüche :Die Kleine Maräne lebt in großen tiefen und kalten
Seen, wo sie im freien Wasser in Schwärmen vorkommt. Nur zur Laichzeit von
Oktober bis Dezember, wenn die Wassertemperatur unter 7 °C fällt, wandert
sie in den Mündungsbereich von Flüssen. Dort legt sie die Eier auf
sandigem Grund ab. Ab dem spätem Winter - nach 100-120 Tagen - schlüpfen
die Jungfische.
Als Nahrung dient Plankton (LELEK 1987).
Vorkommen in Europa :Das Hauptverbreitungsgebiet liegt in Norwegen,
Schweden und Finnland und Nordwestrußland im Ostseegebiet. Verstreute
Vorkommen befinden sich in England, Irland und aufgrund von Besatzmaßnahmen
in Frankreich und Bayern (LELEK 1987).
Vorkommen in Nordrhein - Westfalen :Seit 1946 gibt es Besatzversuche in
verschiedenen Talsperren, erst im Bergischen Land, später auch in anderen
Gewässern. Größere, reproduzierende Bestände konnten sich in der Neye-,
Möhne und Bigge -Talsperre halten (BORCHARDT et al. 1986).
Aktuelle Angaben über die Verbreitung sind derzeit in Bearbeitung.
Gefährdung :Eine Gefährdung für diese nicht einheimische Art (allochthone
Art) besteht definitionsgemäß nicht.
Schutz :Schutzmaßnahmen für diese nicht einheimische Art sind nicht
erforderlich.
Bemerkungen:

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 Renke


wesentlichste Merkmale: Der Rücken ist blaugrün, die Seiten silbrig
und nach vorn hin eher grau, die grauen Flossen haben einen
grünlichen Hauch. Um die Seitenlinie und die Afteröffnung erkennt
man einen rosa Schimmer.

Lebensräume: Hauptsächlich in Seen, die zu den großen Maränen
gehörende Art kommt in ganz Europa vor und wächst sehr schnell.

Nahrung: Als Nahrung dient vor allem Zooplankton, wobei größere
Tiere auch die Bodenfauna und gelegentlich Laich oder kleine Fische
fressen.

Größe: die Durchschnittsgröße liegt bei 30 cm bis 60 cm, Länge bis
100 cm sind möglich, Gewicht bis 10 kg, gewöhnlich 1-4 kg

Mindestmaß und Schonzeit: finden Sie, geordnet nach Bundesland,
unter Gesetze


Ende des ersten Jahres erreicht sie 20 oder 25 cm und ein Gewicht
von ca. 100 g, im zweiten Jahr an die 30 cm Länge und im fünften
Jahr 55 cm und über 3 kg Gewicht. Laichzeit ist von Oktober bis
Dezember. Die Embryos entwickeln sich durchschnittlich in 100 Tagen.
Dort, wo die Renken künstlich eingeführt wurde, kann man sich nicht
auf den Erfolg des Laichens verlassen und muss die Bestände jedes
Jahr mit Satzfischen auffüllen.

In den Teichen erhöhen sie die natürliche Produktion, da sie mit dem
hauptsächlich gezüchteten Karpfen nicht in scharfer Futterkonkurrenz
stehen. Man fängt sie mit Schlepp und Kiemennetzen, Angler stellen
Ihr oft mit der Nymphen - Hegene nach. Ihr Fleisch ist sehr
schmackhaft. Renken haben etwa einen Fettgehalt von
2-6 g/100 g essbaren Anteil.



In der (wissenschaftlichen) Literatur wird dieser Fisch weiter
unterteilt. Diese Unterteilung ist für uns Angler eher
nebensächlich, außerdem widersprechen sich die Wissenschaftler
teilweise untereinander.

Derzeit werden die Renken oder Felchen (Coregonidae) wie folgt
unterteilt:

Große Schwebrenke, Große Maräne, Ostseeschnäpel, Blaufelchen
Coregonus lavaretus L.
Madüsee-Maräne Powan (engl.), Lavaret du Bourget / Corégone Lavaret
(frz.), Grote Marene (holl.)

Zwergmaräne, Mairenke, Zollfisch
Coregonus albula L.
White Fish (engl.), Vendace (engl.), Petite Marene / Corégone blanc
(frz.)

Schnäpel, Kleine Schwebrenke, Gangfisch, Edelmaräne, Wandermaräne
Coregonus oxyrhynchus L.
Houting (engl.), Féra / Bondelle / Outil / Corégone (frz.), Houting
(holl.)

Einen Unterschied zwischen diesen werden Sie am Wasser sicherlich
nicht feststellen können. Auch das Verbreitungsgebiet lässt sich
nicht sicher eingrenzen, durch Besatz wird hier viel „verwässert“.

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 Nordseeschnäpel

Verschollen
Lateinischer Name: Coregonus oxyrhynchus L.
Weitere Namen: Schnäpel, Kleine Schwebrenke, Gangfisch, Edelmaräne,
Wandermaräne, Houting (engl.), Féra (franz.), Bondelle (franz.)



Merkmale :Größe: 25-40 cm, maximal bis 50 cm lang. Im Alpengebiet nur bis
32 cm. Gewicht: bis 2 kg schwer. Körperform: Abhängig von der Lokalrasse
ist der Körper des Nordseeschnäpels mehr oder weniger lang gestreckt. Der
kleine Kopf hat eine stumpfe Schnauze, die nasenförmig verlängert sein
kann ("Schnäpelnase"). Die Mundspalte ist eng und unterständig und reicht
bis zum vorderen Augenrand. Schuppen: Im Vergleich zu den Lachsfischen
haben Nordseeschnäpel, so wie die Blaufelchen, größere Schuppen. Die
Seitenlinie ist vollständig ausgeprägt. Färbung: Der Rücken ist blaugrau
bis olivgrün gefärbt. Die Flanken und der Bauch sind silberfarben und
besitzen einen bläulichen und rötlichen Glanz. Die Schnauze ist dunkel
gefärbt (TEROFAL 1984).
Ökologische Ansprüche:Nordseeschnäpel sind anadrome Wanderfische, d.h. sie
wandern zum Laichen aus dem Meer flussaufwärts. Im November wandern sie in
großen Schwärmen in die Flußunterläufe, wo die Weibchen ca. 30.000-50.000
Eier ufernah über steinigem oder sandigem Grund ablaichen.
Laichwanderungen finden mehrmals im Leben eines Nordseeschnäpels statt.
Die Nahrung besteht aus Plankton und kleinen Bodentieren.
Vorkommen in Europa:Der Nordseeschnäpel kommt in verschiedenen Unterarten
von den Britischen Inseln und Irland über die Nord- und Ostsee, entlang
der russischen Küste vor. Stationäre Formen bewohnen Seen des Alpenseen
und Seen in Skandinavien (LELEK 1987). Darüber hinaus kommt er in den
Küstengewässern Nordasiens und Alaskas vor.
Vorkommen in Nordrhein - Westfalen:Früher stiegen die Nordseeschnäpel bei
ihren Laichwanderungen im Rhein bis Speyer auf (BAUCH 1966). Auch im
Niederrhein unterhalb von Wesel wurde er gesichtet (BORNE 1883). Nach
LANDOIS (1892) soll er in der Weser bis Hameln vorgekommen sein, in der
Ems bis Lingen und in den Nebenflüssen des Rheins soll er nie aufgestiegen
sein.
Heute gilt der Nordseeschnäpel in Nordrhein-Westfalen als verschollen.
1998 wurde er jedoch im Oberrhein nachgewiesen, so dass er eventuell als
Durchwanderer vorkommt (SCHMIDT 1998).
Gefährdung :Aufgrund früherer starker Verschmutzungen und des Ausbaus des
Rheins und der Weser ist der Nordseeschnäpel heute in Nordrhein-Westfalen
ausgestorben. Unterhaltungsmaßnahmen der Gewässer verhindern den Aufbau
von Populationen.

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